Der Biesterberg bei Lemgo ist ein wertvolles Offenlandbiotop mit einer bemerkenswerten Geschichte. Als ehemaliger britischer Truppenübungsplatz (bis 1995) konnte sich hier eine seltene und artenreiche Naturlandschaft entwickeln. Die Staff Stiftung hat dieses einzigartige Gelände erworben, um es dauerhaft zu schützen und unter Naturschutz zu stellen.
Die besondere ökologische Bedeutung des Biesterbergs liegt in seiner Entstehungsgeschichte: Der militärische Übungsbetrieb verhinderte über Jahrzehnte eine natürliche Bewaldung, während gleichzeitig keine landwirtschaftliche Nutzung stattfand. Dies schuf ideale Bedingungen für die Entwicklung einer vielfältigen Flora und Fauna, die heute in Lippe nur noch selten zu finden ist.
Heute beherbergt der Biesterberg eine außergewöhnliche Vielfalt an speziellen Wildkräutern und dient als Lebensraum für zahlreiche Insektenarten, insbesondere Schmetterlinge.
Eine nachhaltige Beweidung mit Schafen sorgt zudem für ein natürliches ökologisches Gleichgewicht und trägt zur langfristigen Erhaltung dieses wertvollen Biotops bei.
Die Staff Stiftung erwarb dieses einzigartige Areal, um es dauerhaft unter Naturschutz zu stellen.
Das Schutzackerprojekt der Staff Stiftung auf dem Biesterberg bei Lemgo zielt auf den Erhalt und die Förderung seltener Ackerwildkräuter und der Artenvielfalt in landwirtschaftlichen Randbereichen ab.
Anfang 2019 wurde der erste Schutzacker im Kreis Lippe eingerichtet, um die Artenvielfalt zu sichern. Nach einem Pflegeumbruch am Biesterberg im Jahr 2015 keimten seltene Ackerwildkräuter, was die Bedeutung des Gebietes unterstrich und die Einrichtung des „Schutzackers Biesterberg“ durch enge Kooperation zwischen Naturschutzbehörde, Staff Stiftung und Botanikerin Ulrike Hoffmann ermöglichte.
Der Schutzacker zeigt, dass seltene Ackerwildkräuter aus dem Samenreservoir des Bodens neu aufkeimen können, auch ohne Einsatz von Kunstdünger oder Pestiziden. Im ersten Anbaujahr 2020 keimten Exemplare des Acker-Rittersporns (einzig im Kreis Lippe), sowie weitere seltene Arten wie Knollenplatterbse, Glanz-Ehrenpreis, Erdrauch und andere. Die Artenvielfalt umfasst sowohl gefährdete Pflanzen als auch wichtige Insektenarten, darunter Bodenbrüter, Greifvögel und Wanderfalter.
Die Vielfalt einheimischer Unkräuter ist essenziell für die Insektenwelt. Das Austarieren der Unkrautarten ist notwendig, um gefährdete Arten zu schützen und die Artenvielfalt zu fördern. Die Reproduktion der Wildkräuter erfolgt durch Keimruhe im Boden, die durch Anbauwechsel (Winter-, Sommer-, Hackfrucht, Brache) unterstützt wird, um die Samenbank zu erhalten.
Fachliche Unterstützung und Planung erhält die Staff Stiftung auch durch Dr. Christian Höing vom LWL-Freilichtmuseum Detmold, der bei der ökologischen Steuerung der Anbauplanung hilft, damit die Samenbank langfristig gesichert ist.
Ein großes Dankeschön geht an Ulrike Hoffmann, die einen ausführlichen Bericht über das Schutzackerprojekt geschrieben hat.