Seit 2025 wird das Forschungsvorhaben „Der Rotmilan in Lippe und OWL“ der Arbeitsgruppe von Herrn Prof. Dr. Oliver Krüger, Bereich Verhaltensforschung an der Universität Bielefeld, von der Staff Stiftung gefördert.
Die Relevanz des Schutzes dieser Greifvogelart ist sehr hoch, denn über 50 % des Weltbestandes brüten in Deutschland. Im Westen hat die Population zugenommen, im Kreis Lippe wurden schon über 500 Rotmilane individuell markiert.
Frau Chantal Oliver besetzt an dem Lehrstuhl für Verhaltensforschung die Doktorandenstelle und hat sich in ihrer Dissertation zum Ziel gesetzt, die Überlebenskurve und ein Populationsmodell des Rotmilans zu erstellen, um zukünftig eine Verbesserung ihres Bestandsmanagements zu erreichen.
Hier berichtet sie über den aktuellen Stand ihrer Forschung:
„Der Rotmilan prägt unsere Kulturlandschaft – doch wie steht es um die Überlebensrate dieser Vögel in einer sich ändernden Umwelt?
Im Rahmen meiner Doktorarbeit untersuche ich die Populationsdynamik des Rotmilans in Ostwestfalen, mit besonderem Fokus auf die Überlebenswahrscheinlichkeit und die Faktoren, die diese beeinflussen.
Dazu werden im Frühjahr die Nester der Rotmilane lokalisiert. Sobald die Jungvögel alt genug sind, werden sie mit individuellen Beringungsringen und gut sichtbaren Flügelmarken versehen. Diese Markierungen ermöglichen es, einzelne Tiere später wiederzuerkennen und ihre Lebensgeschichte nachzuverfolgen. In den vergangenen 15 Jahren konnten auf diese Weise bereits mehrere hundert Rotmilane markiert werden.
In den folgenden Monaten und Jahren werden Sichtungen dieser markierten Vögel systematisch dokumentiert. Auf diese Weise lassen sich wichtige Erkenntnisse über Überlebensraten und Bewegungsmuster gewinnen.
Erste Ergebnisse zeigen, dass das erste Lebensjahr die größte Hürde für das Überleben der Rotmilane darstellt. Zudem spielt das Schlupfdatum eine wichtige Rolle: Früh geschlüpfte Jungvögel weisen eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit auf.
Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Entwicklung eines Populationsmodells. Nach dessen Validierung können gezielte Schutzmaßnahmen für diese faszinierende Greifvogelart auf lokaler Ebene abgeleitet werden.“