Wohnpark

Im Wohnpark gibt es, im Gegensatz zum Landschaftspark, viele seltene nicht heimische Bäume und Sträucher. Hier befindet sich die 1925 vom Fabrikanten Hottenkamp erbaute Villa, welche Sitz der Staff Stiftung ist.

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Der Wohnpark der Staffstiftung

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Der Wohnpark ist zu besonderen Anlässen für Besucher geöffnet. Unter Aktuelles finden Sie die jeweiligen Anlässe und Öffnungszeiten. Bei einem Besuch des Wohnparks können Sie auch hier aufgestellte Skulpturen von George Condo, Max Ernst und Erich Hauser besichtigen.

Der Wohnpark wird beaufsichtigt und ist in Teilen videoüberwacht.

George Condo

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Ein Maler und Zeichner, der auch Bildhauer ist: George Condo, 1957 im amerikanischen Bundesstaat New Hampshire geboren, zeigt vier lackierte Aluminiumskulpturen namens „One Armed Bandit“, „Gil Evans“, „Space Ship“ und „Gate“ im Staff Landschaftspark. Die vier Werke stammen aus dem Jahr 2002. Es handelt sich um klar greifbare, zugleich surreale Formen, deren Körperlichkeit, die sich im Raum verteilt, eine Familienaufstellung evoziert. Ein Werk scheint heiter zu schweben, ein weiteres bildet eine kleine Wand, ein drittes ragt kerzengerade auf, das vierte ist durch einen rechten Winkel und eine formale Verdoppelung irgendwie mit sich selbst beschäftigt.

Condo wollte die Ausdehnungsmöglichkeiten von Formen beschreiben. Die Werke strecken sich und kragen aus, sie erscheinen verschränkt und füllen dabei simple, aus geraden und geschwungenen Linien bestehende Konturen. Farblich pendeln sie zwischen hellem und dunklem, vornehm glänzendem und signalhaft leuchtendem Autolack.

Die Skulpturen bespielen einen von Raseninseln geprägten und Gehölzen abgeschirmten Parkteil der Staff Stiftung, der bislang nicht zugänglich war.

Am Neujahrstag 2002 zeichnete der Künstler seine „Extended Forms“ wie ein Bildprogramm mit einer Nummerierung auf. Nach einer Schaffenspause, die rund zehn Jahre gedauert hat und nach dem schrecklichen Erlebnis des 11. September 2001, das Condo in New York in einigen Gemälden verarbeitet hatte, wollte er wie ein Yves Tanguy dreidimensionale Objekte mitten in die Landschaft stellen. Bereits im Herbst 2001,mit antikisierenden Köpfen aus Ton und Wachs, die in Bronze gegossen wurden, ging Condo das Thema Skulptur neuerlich an. In freien Assoziationen könnte der „One Armed Bandit“, das Synonym für einen Spielautomaten, als Schlüssel, als ein Signet für Glück oder als gedrechselter Korkenziehergriff verstanden werden. Der feine schwarze Lack des Objekts erinnert an die dunklen Limousinen New Yorks. „Gil Evans“, vielleicht einer Piemont-Kirsche oder dem grafischen Kürzel Andy Warhols für „Flowers“ ähnlich, bezieht sich wie einige „Jazz Sculptures“, die Condo parallel zu den „Extended Forms“ 2002 geschaffen hat, auf einen bekannten Namen der Jazz-Musik.

Das „Space Ship“, ein strahlend weißes Objekt aus aufrecht stehenden Surfbrettern, die mit einer Stange oder einem ovalen Sitz verbunden sind, tritt wie ein neoantiker Streitwagen mit Damensattel oder als Junggesellenmaschine auf. „The Gate“ schließlich, ein taubenblaues Yin und Yang, stellt in seiner männlich-weiblichen Anmutung zwei angewinkelte Arme im Sinne einer kindlichen Fügung vor.

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Condo hat keine der Gestalten wirklich neu erfunden, denn die Mehrzahl der Formen kam bereits in früheren Bildern, unbetitelten Werken von 1984 oder zum Beispiel in „High on a Hill“ von 1992-93 vor. Doch haben sich die Skulpturen vom imaginären Landschafts- und Porträtzweck stark entfernt. Das Auge erblickt sie im realen Raum, der wiederum, als grüne Fläche mit satten Pflanzen gesäumt, wie ein künstliches Bild erscheint.

Vor dieser Kulisse spielt der Künstler mit sorgfältig konstruierten, angenehmen Formen von Geometrie. Es geht bei den vereinfachten, farbigen Skulpturen wie in vielen Gemälden Condos um „abstrakte Weiblichkeit“. So birgt der sogenannte Wohnpark der Staff Stiftung vier neue Werke, die wir mit unserem interesselosen Wohlgefallen wirklich begehren.

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Max Ernst

Im Wohnpark der Staff Stiftung steht ein Hauptwerk von Max Ernst (1891 – 1974) aus dem Jahr 1960, „La Génie de la Bastille“.

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Das Freiheitsteufelchen auf einer fast drei Meter hohen Bronzesäule mit Sandsteinkapitell ist in Sedona, Arizona, entstanden, wo Ernst mit seiner Frau Dorothea Tanning lebte. In der Wüste überragte die Skulptur das einsam gelegene Künstlerhaus wie ein apotropäischer [Unheil abwehrender] Hausgeist. Nach dem Tode des Künstlers ging der Guß als eines von insgesamt 12 ausgeführten Exemplaren in den Besitz des Nachlasses über. Weitere Exemplare aus der Auflage befinden sich im de Menil Museum, Texas, der Sammlung der Stadt Seillans sowie in Privatsammlungen in Paris und Texas.

Das Mischwesen erinnert mit seiner Schnabelnase und den Kugelaugen an einen Vogel; die Stummelflügel und der schwerfällig-plumpe Köper lassen die groteske Haltung eines Pinguins aufscheinen. Paradox wie die erhabene Stellung des flügellahmen Vogelwesens wirkt die bedrohlich-abwehrende Haltung des skeptisch und beinahe ängstlich Blickenden.

Ähnlich wie bei „Mon ami Pierrot“ aus dem Jahr 1974, eine Dauerleihgabe der Staff Stiftung an die Kunsthalle Bielefeld, hat Ernst ein Alter ego geschaffen. Wie die Vogelfigur „Loplop“, die „Könige“ und die kleinen wie großen „Assistenten“ autobiografische Züge tragen, so scheint auch der scharf gezogene, skeptisch zusammengezogene Mund mit den neugierig- erstaunten Kinderaugen des „Génie de la Bastille“ eine Personifikation des Künstler zu sein.

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Erich Hauser

Zwei aus Edelstahl gefertigte Skulpturen von Erich Hauser wurden 1997 im Park aufgestellt.

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Erich Hauser war Bildhauer, Lithograph und Radierer. Der Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens lag in dem Bearbeiten von Metallen und Erstellen von nicht begehbaren Plastiken, die häufig im öffentlichen Raum aufgestellt sind. Gleichzeitig war Erich Hauser Sammler zeitgenössischer Kunst.

Ursprünglich hatten die Plastiken Erich Hausers deutliche Bearbeitungsspuren. Ab ungefähr 1962 verwendete Hauser industriell vorgefertigte Stahlplatten für seine Skulpturen, die von da an glatte Oberflächen hatten. Die Plastiken sind hohl und bestehen aus geometrischen Grundformen. Typische Beispiele hierfür sind die beiden im Wohnpark aufgestellten Skulpturen.

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_Fotos: Jutta Jelinski (12)