Max Ernst

Im Wohnpark der STAFF STIFTUNG steht ein Hauptwerk von Max Ernst (1891 - 1974) aus dem Jahr 1960, „La Génie de la Bastille“.

Als diese Skulptur 1999 in der Bielefelder Kunsthalle vorgestellt wurde, hat diese hierzu folgenden Text herausgegeben:

Das Freiheitsteufelchen auf einer fast drei Meter hohen Bronzesäule mit Sandsteinkapitell ist in Sedona, Arizona, entstanden, wo Ernst mit seiner Frau Dorothea Tanning lebte. In der Wüste überragte die Skulptur das einsam gelegene Künstlerhaus wie ein apotropäischer [Unheil abwehrender] Hausgeist. Nach dem Tode des Künstlers ging der Guß als eines von insgesamt 12 ausgeführten Exemplaren in den Besitz des Nachlasses über. Weitere Exemplare aus der Auflage befinden sich im de Menil Museum, Texas, der Sammlung der Stadt Seillans sowie in Privatsammlungen in Paris und Texas.

Blick in den Wohnpark
Foto Volker Hense

Das Mischwesen erinnert mit seiner Schnabelnase und den Kugelaugen an einen Vogel; die Stummelflügel und der schwerfällig-plumpe Köper lassen die groteske Haltung eines Pinguins aufscheinen. Paradox wie die erhabene Stellung des flügellahmen Vogelwesens wirkt die bedrohlich-abwehrende Haltung des skeptisch und beinahe ängstlich Blickenden.

Ähnlich wie bei „Mon ami Pierrot“ aus dem Jahr 1974, eine Dauerleihgabe der STAFF STIFTUNG an die Kunsthalle Bielefeld, hat Ernst ein Alter ego geschaffen. Wie die Vogelfigur „Loplop“, die „Könige“ und die kleinen wie großen „Assistenten“ autobiografische Züge tragen, so scheint auch der scharf gezogene, skeptisch zusammengezogene Mund mit den neugierig- erstaunten Kinderaugen des „Génie de la Bastille“ eine Personifikation des Künstler zu sein.

La Génie de la Bastille im Wohnpark
Foto Volker Hense