Hans Rottenhammer

Das Weserrenaissance-Museum Schloß Brake zeigt vom 17. August bis zum 16. November 2008 eine Ausstellung über den Maler Hans Rottenhammer (1564-1625). Er hat für Auftraggeber aus Prag und dem Weserraum gearbeitet; dementsprechend wird die Ausstellung in deutsch-tschechischer Kooperation vorbereitet. Die STAFF STIFTUNG stellt zwei Bilder Hans Rottenhammers dem Weserrenaissance-Museum als Dauerleihgabe zur Verfügung und fördert die geplante Ausstellung.

Hans Rottenhammer, Minerva und die Musen auf dem Helikon

Informationen des Weserrenaissance-Museums zum Künstler und seinem Wirken:

 

Hans Rottenhammer

 

Hans Rottenhammer war in seiner Zeit ein hoch geschätzter Künstler, dessen Gemälde in ganz Europa gefragt waren. Noch heute zeugt die Gegenwart seiner Bilder in den großen Museen der Welt von St. Petersburg über Amsterdam und London bis Los Angeles von der Bedeutung des Künstlers.

Der in München geborene Rottenhammer wurde als ein feinsinniger und ausdrucksstarker Figurenmaler geachtet. Er arbeitete für hoch gestellte Auftraggeber aus Rom, Venedig, Prag, Antwerpen, Augsburg, München und aus dem Weserraum, u.a. Bückeburg.

Namhafte Maler wie der Venezianer Jacopo Palma il Giovane oder der Flame Jan Bruegel d.Ä. waren von Rottenhammers Malweise beeindruckt und kooperierten mit ihm. Rottenhammers bemerkenswerte Leistung besteht darin, der kleinformatigen Malerei zu hohem künstlerischem Rang verholfen zu haben. Er beeinflußte damit niederländische Künstler wie Hendrick van Balen und Adam Elsheimer, den Lehrer Rembrandts, die ihrerseits beträchtlichen Einfluß auf die europäische Malerei nahmen.

 

Rottenhammer und Prag

Um 1600 unterhielt Kaiser Rudolf II. auf dem Hradschin in Prag den maßgebenden Hof seiner Zeit. Er versammelte führende Künstler und Wissenschaftler aus ganz Europa. Die kaiserliche Sammlung, bestehend aus Kunstwerken, Kuriositäten und wissenschaftlichen Instrumenten, war eine der größten und attraktivsten Europas.

Schon vor 1600 dürfte der Kaiser auf Rottenhammer aufmerksam geworden sein. Eines der schönsten Werke des Malers, die „Hochzeit von Peleus und Thetis“, entstand im Auftrag Rudolfs II. Insgesamt verzeichnet das Prager Inventar von 1621 elf Gemälde von Rottenhammer.

Rottenhammer war nicht nur als Maler für den Prager Hof tätig. Er wurde zu einem wichtigen Kunstagenten des Kaisers. Neben Werken von Tintoretto und anderen bedeutenden Malern vermittelte er dem Kaiser unter anderem Albrecht Dürers berühmtes „Rosenkranzfest“. Noch heute nimmt es einen zentralen Platz in der tschechischen National-Galerie zu Prag ein.

 

Lemgo und Prag

Zwischen Lemgo und Prag gibt es eine alte Tradition der Beziehung. Graf Simon VI. zur Lippe (1554-1613) war Hofrat und kaiserlicher Kammerherr am Hofe Rudolfs II. in Prag. Er besaß ein Haus am Fuße der Prager Burg.

Der vielseitig interessierte Simon förderte Künstler und Naturwissenschaftler des Prager Hofes. Zum Dank widmete ihm der namhafte Astronom Tycho Brahe eine illuminierte Schrift seines Hauptwerkes „Astronomiae instauratae mechanicae“, die sich noch heute in Detmold befindet.

Als kaiserlicher Diplomat war Graf Simon oft in den Niederlanden unterwegs. Hier kaufte er Gemälde und Kuriositäten, vornehmlich für die berühmte kaiserliche Sammlung in Prag. Der Künstlerbiograph Karel van Mander erwähnt den Grafen Simon in seiner Funktion als Kunstagent 1604 im „Schilderboek“, einer Sammlung von Künstlerbiographien.

 

 

Lebensdaten

1564 Rottenhammer wird in München geboren
1582 - 88 absolviert er eine Lehre bei dem Münchner Maler Hans Donauer
1589 ist er in Treviso tätig
1590 - 95 ist er in Rom tätig (Zusammenarbeit mit Paul Bril und Jan Bruegel d.Ä.)
1595 - 1606 ist er in Venedig tätig (Zusammenarbeit mit Palma die Giovane und Hendrick van Balsen)
ab 1600 unterhält er als Maler und Kunstagent - wie auch der lippische Graf Simon VI. Kontakte zum Hof Kaiser Rudolfs II. in Prag
1606 übersiedelt er von Venedig nach Augsburg, wo er 1607 das Bürgerrecht und die Malergerechtigkeit erhält
1609 - 12 führt er in Bückeburg Aufträge für Graf Ernst von Schaumburg aus
1625 stirbt er am 14. August in Augsburg