Symposion Junkerhaus

Das Junkerhaus ist vom Lemgoer Architekten, Maler und Holzbildhauer Karl Junker (1850-1912) entworfen und gebaut worden. Bei dem Haus handelt es sich um einen zweistöckigen Fachwerkbau mit Backsteinsockel und quadratischem Grundriß. Das Fachwerkgerüst wird reich überdeckt von Pilastern und Gesimsen aus geschnitzten Brettern, Leisten und Latten.

Fotografie des Junkerhauses von 1893
Foto Hermann Schake, Nordrhein-Westfälisches Staatsarchiv Detmold
  Fotografie des Wohnzimmers von 1928
Foto Bildarchiv Westfälisches Amt für Denkmalpflege, Münster

Schon zu Junkers Lebzeiten zählte das Junkerhaus zu den Sehenswürdigkeiten Lemgos. Bis zum heutigen Tag übt es eine fremdartige Faszination auf seine Besucher aus. Es ist Ausdruck eines unermüdlichen und eigenwilligen künstlerischen Schaffens. Außen wie innen wurde es von Karl Junker bis ins kleinste Detail bearbeitet und gestaltet; selbst die Einbauten und Möbel stammen von seiner Hand.

   
   
  Porträt Karl Junkers um 1910, Radierung von Walter Steinecke
Städtisches Museum Lemgo
 
   

Das Junkerhaus befindet sich seit 1962 im Besitz der Stadt Lemgo. Ausführliche Informationen zu Karl Junker, seiner Biographie, dem Werk, dem Haus und der Geschichte finden Sie auf der von der Stadt Lemgo betreuten Internetseite. Hier erhalten Sie auch Hinweise zur derzeit stattfindenden Restaurierung, dem Erweiterungsbau und den Öffnungszeiten.

Die STAFF STIFTUNG förderte die Durchführung eines Symposions zur wissenschaftlichen Herangehensweise an Karl Junker und seine Kunstwerke. Am 21. März 1998 fand das Symposium "Kunst und Architektur in Lippe um 1900: Karl Junker und das Junkerhaus“ im Gemeindezentrum St. Johann in Lemgo statt. Beiträge von 12 Referentinnen und Referenten (Architekten, Psychologen, Kunst- und Kulturhistorikern, Museumsexperten und Restauratoren) behandelten ein in drei Sektionen gegliedertes Vortragsprogramm:

Die Sektion 1 "Werke“ befaßte sich mit der Biographie Junkers, dem Junkerhaus, den Möbeln, Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen und künstlerischen Techniken.

Die Sektion 2 "Rezeption“ behandelte die Beziehungen zwischen Lemgo und dem Junkerhaus, die psychiatrische Rezeption im Gefolge der Arbeit von Franz Prinzhorn sowie Fragen der kunsthistorischen Einordnung unter den Begriffen Künstlerhaus und Gesamtkunstwerk.

Die Sektion 3 "Relikte“ (Erhaltenes) thematisiert das Junkerhaus als Baudenkmal und Museum, den Nachlaß Karl Junkers als restauratorische Aufgabe, die Gebäudeunterhaltung und Überlegungen zu einem Ausstellungsgebäude auf dem Grundstück.

Zu dem Symposium hat die STAFF STIFTUNG die Herausgabe und den Druck eines Bandes gefördert, der bei der Stadt Lemgo erhältlich ist:

Regina Fritsch/Jürgen Scheffler (Hg.)
Karl Junker und das Junkerhaus. Kunst und Architektur in Lippe um 1900, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2000, 231 Seiten, broschiert

Seit 2004 präsentiert sich das Junkerhaus saniert und mit modernem Museumsanbau.