Von Munch zu Warhol

Ausstellung in der Bielefelder Kunsthalle vom 1. Januar 1998 bis zum 15. März 1998

Text aus dem Faltblatt zur Ausstellung:

   
   
  Faltblatt zur Ausstellung:
Von Munch zu Warhol
 
   

Neuerwerbungen sind im Mittelpunkt einer weiteren Sammlungsausstellung, die die Kunsthalle Bielefeld kurz vor dem Jubiläum des Gründungsjahres 1968 zeigt: Ein wichtiges Bild von Edvard Munch, Dorfstraße in Kragerø von 1913, daneben ein Meisterwerk von Man Ray, La Rue Ferou von 1952, außerdem die abstrakte, leuchtend bunte Gruppe der fünf Yarn-Paintings von Andy Warhol aus dem Jahr 1983, 28 Magellan-Zeichnungen von Robert Longo von 1996/97 sowie das siebenteilige Werk Cremaster 5: A Dance for the Queen`s Menagerie von Matthew Barney aus dem Jahr 1997 bilden bereits eine kleine Ausstellung für sich. Sie zeigt den Expressionismus, den Surrealismus, die Reaktionen der amerikanischen Pop Art auf die informelle Nachkriegsmalerei, unsere Medienwelt heute und eine Art symbolistisches Fin de siècle im 20. Jahrhundert. Munch, Man Ray, Warhol, Longo und Barney markieren mit Malerei, Zeichnungen und Fotografie die verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen und Techniken unserer Zeit.

   
   
  Man Ray, La rue Ferou   
   

Mit Hilfe der STAFF STIFTUNG, Lemgo die diese Schätze der Kunsthalle Bielfeld zunächst für fünf Jahre als Dauerleihgabe zur Verfügung stellt, ist es gelungen, wesentliche Lücken im Bereich der hauseigenen Sammlung zu schließen: Erstmals seit der großen Bielefelder Munch-Ausstellung im Jahr 1980 kommt auch ein Bild des norwegischen Malers zu uns. Mit Man Ray findet erstmals ein bedeutendes, zudem paradigmatisches Gemälde des Surrealismus Eingang in die Sammlung. Die Bildergruppe von Warhol markiert spät einen originellen Einstieg in die Pop Art. Und mit Longo und Barney bekennt sich die Kunsthalle, Richard Kaselowsky Haus, auch zu herausragenden Künstlern und Werkkomplexen der Gegenwart, was seit den Ankäufen der Werke von Baselitz und Kiefer selten in solchem Ausmaß der Fall war.

Mit der Ausstellung „Von Munch zu Warhol“ sind die 1996 begonnenen Sammlungspräsentationen erstmals um mäzenatisch finanzierte Dauerleihgaben und Schenkungen bereichert worden. Das Bielefelder Haus könnte sich so, nach der vergangenen Erwerbungstätigkeit, einen sinnvollen Weg in die Zukunft suchen. "Von Munch zu Warhol“ zeigt die Neuerwerbungen im Kontext mit den Hauptwerken der ständigen Sammlung des 20. Jahrhunderts.

Andy Warhol, Yarn Painting